Fotoequipment: Olympus OM-D E-M10

Da mir in Thailand und auf Skitouren meine geliebte Nikon D90 ein paar mal zu groß war um sie mitzuznehmen, habe ich mich nach langem Hin-und-Her-Überlegen entschieden, auf das Mikro-4/3-System (mFT) umzusteigen, aufgrund vieler sehr positiver Reviews und einer ausführlichen Beratung durch das Team von „Digital Camera Graz„, konkret auf eine Olympus OM-D E-M10.

Warum gerade diese?

Weil sie für meine Bedürfnisse der beste Kompromiss zwischen Bildqualität und Ausrüstungsgröße und -gewicht ist.

Konkurrenten waren:

  • Sony Alpha 7/7R: Eigentlich ein Traumapparat, Sensor im Kleinbildformat, hochauflösender Sucher. Aber derzeit nur 4 verschiedene Objektive (FE-Bajonett), und aufgrund des großen Sensors sind die Objektive natürlich riesengroß. Über Adapter ist zwar der Einsatz nahezu aller Vollformatobjektive möglich, aber der Größenvorteil des Body wird dadurch noch mehr zunichte gemacht und teilweise muss man auf Autofokus und andere Annehmlichkeiten verzichten.
  • Fuji XT-1: Andere Bedienphilosophie, kleinere Objektivauswahl, Objektive gleich groß wie bei D90
  • Olympus OM-D E-M1: Wetterfest, bessere Bedienung – Aber mit mehr als dem doppelten Preis schlicht zu teuer.
  • Panasonic GX-7: Etwas schlechterer Bildstabilisator, dafür der besser Videomodus – Den brauche ich aber praktisch nie.

Zur Veranschaulichung des Größenunterschieds ist dieser Link empfohlen – mit vergleichbare Objektiven.

Um das mangelnde Freistellungspotential des kleinen Sensors sowie das schlechtere Rauschverhalten zu kompensieren, wurde noch das 12-40/2.8-Zoomobjektiv von Olympus ergänzt – dieses wird für Städtereisen und sonstige Gelegenheiten, wo Gewicht keine Rolle spielt, eingesetzt.

Für Wanderungen/Touren kommt das kompakte Kitobjektiv zum Einsatz.
Für Situationen mit schlechtem Licht, bei denen ich aber auch nicht viel tragen möchte, gibt es noch das Panasonic 20mm/1.7 – Dank des Bodies sogar stabilisiert.

Testberichte zur Kamera:

Ein unsortierter Fazit nach 2 Wochen Benutzung und einem Sightseeing-Trip nach Paris:

  • Gefühlt ist der Ausschuss durch zu lange Belichtungszeiten oder danebengegangenen Autofokus geringer als noch mit der Kombi D90+18-200, was zu einem guten Teil den durchgehenden f/2.8 geschuldet ist. Unter realen Bedingungen hatte ich auch kein einziges Mal einen umherirrenden Autofokus, obwohl die Beleuchtungssituation in der Kirchen sicher alles andere als optimal war. Und der AF in Kombination mit dem 12-40 ist wirklich schnell.
  • Das Menüsystem mit den vielen Möglichkeiten ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Tagen kennt man die Bedürfnisse – so habe ich den FN2-Button mit der schnellen ISO-Verstellung belegt und den L-Fn-Knopf an der Linse mit  HDR.
  • Auch nach längerer Bedienung unpraktisch: Der Einschalter auf der Rückseite rechts unten. Wenn man einmal den Einschalter um den Auslöser hatte, will man nie mehr etwas anderes.
  • Ebenfalls unpraktisch, aber größenbedingt wohl unvermeidbar: die Schlaufe für den Kameragurt presst sich unangenehm in die Handfläche – Ich habe die Schlaufe entfernt und einen alternativen Kameragurt befestigt.
    Ganz allgemein ist die Ergonomie schlechter – das war aber im Vorfeld klar und wird für den Größenvorteil gerne in Kauf genommen.
  • Was mir beim spazieren durch die Straßen aufgefallen ist: Die Einschaltverzögerung ist länger als noch mit der D90, vorallem wenn man den Durchsichtsucher verwendet. Dadurch wurden sicher 2-3 Gelegenheiten eines Schnappschusses verpasst. Hätte ich das normale Display benutzt, wäre es wohl schneller gegangen, das muss man aber erst mal verinnerlichen. Vielleicht lässt sich das irgendwann durch ein Firmware-Update beheben.
  • Das vordere Drehrad verstellt sich etwas zu leicht. Das ist bei den Standardeinstellungen etwas problematisch, weil so die Belichtung verstellt wird. Etwas Abhilfe lässt sich schaffen, wenn im Menü die Funktion der beiden Räder vertauscht wird (Belichtungskorrektur hinten/Program Shift vorne)
  • Die Akkulaufzeit ist mit 320 Bildern angegeben, das sind wesentlich weniger als noch mit der D90 (~1000). Einen Tag kommt man aber immer durch. Mit der D90 reichte ein Akku für einen ganzen Urlaub. Es gibt für die Olympus aber günstige Alternativakkus.
  • Der eingebaute Blitz klappt etwas zu niedrig aus, dadurch wirft er mit dem 12-40/2.8-Objektiv bei jeder Brennweite Schatten, auch ohne Gegenlichtblende. Ausserdem ist er etwas schwach, zum aufhellblitzen muss man schon recht nah an das Objekt ran.

Ergänzungen 13.05.2014:

  • Inzwischen wurde die Objektivauswahl etwas vergrößert:
    • Olympus M.zuiko 45mm/f1.8 (Silber):
      Über dieses Objektiv braucht man keine Worte verlieren: Optisch absolut einwandfrei, sehr leicht, keine Rätsel bei der Bedienung. Was man Olympus ankreiden könnte, wäre die fehlende Streulichtblende bzw. der stark überhöhte Preis für diese – ich konnte aber ein Gebrauchtobjektiv inklusive einer faltbaren Gummiblende erstehen. Das das Gehäuse komplett aus Kunststoff ist, nehme ich als Tradeoff für das Gewicht gerne in Kauf.
    • Das 14-42EZ Kitobjektiv ist auch eingetroffen:
      Ungewohnte Bedienung durch das motorische Zoom (Zum Zoomen muss man den Zoomring ein paar Grad drehen und halten bis die gewünschte Brennweite erreicht ist), angelernt in meiner Nikon-Vergangenheit drehe ich immer noch zuerst in die falsche Richtung.
      Der mitgelieferte Objektivdeckel ist der gleiche wie beim 45/1.8, und das ist nicht gut- Nur mit sehr spitzen Fingern abzunehmen. Aber Olympus bietet eine relativ teure, aber sehr praktische Alternative an: Den LC-37C Deckel mit automatischem Verschluss: beim motorischen Ausfahren des Objektivs öffnet er sich, und beim Einfahren wird geschlossen. Montiert wird das Teil an das Filtergewinde, was die Verwendung von zusätzlichen Filtern ausschliesst.
      Optisch ist das Teil bisher nicht negativ aufgefallen, aber mir fehlen erstaunlich oft 2mm mehr Weitwinkel, die ich beim 12-40 schnell schätzen lernte. Die Kompaktheit ist dafür ungeschlagen, mal sehen wie es sich bei den ersten Wander-/Ski-/Sonstigen Touren bewährt.
    • Weil ich mir einbilde, ein richtiges Tele zu benötigen und weil es relativ günstig ist:
      Olympus M.Zuiko 40-150mm/f4-5,6:
      Bisher für 3 Fotos benutzt. Wird bei einem Ausflug in den Zoo wohl praktisch sein.
      Auch sehr  leicht, auch komplett aus Kunststoff. Und es gibt ein Set,bei
      dem eine Tasche im Pen-Style praktisch gratis mitgeliefert wird. Leider auch keine Streulichtblende.
  • Sonstige Bemerkungen: Bei Konzertfotografie mit dem 20/1.7 und dem 45/1.8 wurde ich bezüglich Fokusgenauigkeit und Belichtungssteuerung sehr positiv überrascht: Mehr als 80% scharfe Bilder – das davon wiederum nur 10% herzeigbar sind, liegt nicht an der Kamera oder am Objektiv.
  • Der Objektivdeckel vom 12-40 Pro ist ebenso wie die Sonnenblende gut zu greifen, schnell anzubringen und ebenso schnell wieder abzunehmen. Schade dass die günstigen Objektive sowas nicht mitbringen.
  • Die Art-Filter-Bracketing-Funktion ist ein echter Mehrwert. Bei allen bisherigen Kameras musste ich mich entscheiden, welcher Effekt für diese oder jene Situation passt, worauf ich meistens ohne Effekt fotografiert habe und nur in den seltensten Fällen hoch genug motiviert war, um nachträglich zu bearbeiten.
    Jetzt: Einfach das Drehrad auf ART drehen, einmal abdrücken  und 12 mit verschiedenen Effekten versehene JPGslanden auf der Speicherkarte – plus ein RAW-File
  • Die WLAN-Funktionalität ist schnell eingerichtet und bietet viele Funktionen – Optimal um ein paar Bilder z.Bsp. für den EMail-Versand schnell aufs Telefon zu übertragen – Das geht allerdings nicht besonders schnell.
    Die Fernsteuerung funktioniert auch sehr gut, wurde bisher aber nur testweise verwendet – bei nächster Gelegenheit wird mich die Reichweite interessieren…

Ich werde diesen Blogbeitrag laufend um Erfahrungen ergänzen, falls noch jemand spezielle Fragen hat, bitte einen Kommentar schreiben.

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